St. Columcille von Iona (521 - 597)

Lough Gartan, Co. Donegal.
auf den Hügeln über dem See
wurde Columcille geboren.
Von: pilled     
Columcille wurde etwa 521 in Gartan, Co. Donegal, geboren. Er stammte aus dem königlichen Geschlecht der O'Neill und war ein Nachfahre des Hochkönigs Niall Nóigiallach, auf dessen Raubzügen auch St. Patrick gefangen genommen wurde.
Seine Mutter Eithne stammte ab von Geschlecht der Könige von Leinster. Bevor sie mit ihrem Sohn niederkam, hatte sie einen wunderbaren Traum: Ein Engel schenkte ihr einen in allen Farben schillernden Mantel, um ihn dann sogleich hoch in die Luft zu wirbeln, wo er sich immer weiter ausdehnte, fast bis zum Horizont und dann langsam zur Erde schwebte und dabei ein riesiges Gebiet bedeckte.
Sie wusste nun, dass ihrem Sohn eine große Zukunft beschieden war. Getauft wurde er auf den Namen Chrimthann (Fuchs) . Von seinem Lehrer, dem Priester Cruithne, erhielt das Kind mit Buchstaben verziertes Brot, in das er begeistert biss, halb östlich, halb westlich vom Wasser, wohl schon ein Vorzeichen für seine spätere Missionstätigkeit in Irland und  in Schottland.

Schon zu seiner Kindheit bewirkte er Wunder. So geschah es, dass sein Lehrer Cruithne stürzte und tot liegen blieb. Columcille begriff zunächst nicht, was geschehen war. Erst als einige Frauen den Tod des Priesters beklagten, erweckte Columcille ihn einfach wieder zum Leben.
Als Heranwachsender wird er Schüler von St. Finian von Clonard, widmet sich neben seinen christlichen Studien jedoch auch - mit Unterstützung des Barden Gemman - der Dichtkunst.
Immer wieder bewirkt er Wunder, beruhigt haushohe Wellen mit seinem Gebet, unterwirft mit Gottes Hilfe wilde Bestien, erweckt ein Kind wieder zum Leben und verwandelt Wasser zu Messwein. Er prophezeit die Ankunft von Gästen und einem riesigen Wal bei Iona. Einem Mann namens Lugbe, der gerade ein Buch liest, warnt er. "Sei vorsichtig, mein Sohn, damit das Buch nicht in den Wasserkessel fällt!". Als der junge Mann aufsteht, hat er die Worte des heiligen Mannes schon vergessen und das Buch, das er nachlässig unter den Arm geklemmt hat, fällt ins Wasser.

Ein anderes Mal hört er der Schrei eines Mannes am Ufer und prophezeit: "Der Mann, der dort schreit, ist nicht der Klügste. Wenn er hier ist, wird er mein Tintenfass umwerfen und die Tinte verschütten." Der Priester Diormit, der dies hörte, stellt sich neben die Tür, um bei der Ankunft des Fremden das Tintenfass zu retten. Als er jedoch kurz seinen Platz verlässt, passiert das Unvermeidliche. Der Gast erscheint, und in seinem Eifer, den Heiligen zu küssen, stößt er das Fässchen um und verschüttet den Inhalt auf den Saum seines Gewandes.
Während seines Aufenthaltes auf Iona weist er seine Mitbrüder an: "In drei Tagen wartet am Westufer der Insel, bis zur neunten Stunde ein Kranich dort landet, erschöpft und halb verhungert. Nehmt ihn vorsichtig auf und füttert ihn. Nach drei Tagen lasst ihn wieder zurück nach Irland fliegen." Und so geschah es. Einem Wassertier im Fluss Ness befiehlt er, von seinem Gefährten abzulassen, die erste Erwähnung des Ungeheuers von Loch Ness.

Er entlarvt Verbrecher und prophezeit, dass ein Mönch in Durrow vom Rundturm fällt. Ebenso sagt er den Zeitpunkt seines Todes vorher.

St. Columcille
bekehrt die Pikten.
Von: Heiligenlexikon     
In Clonard beginnt seine Freundschaft mit St Brendan und St. Cirian von Clonmacnoise. Demut ist keine seiner besonderen Stärken: Als Bischof Etchen ihn, einen Aristokraten, zum Priester weihen will, ist er empört, sah er ihn doch zuvor hinter einem Ochsen beim Pflügen auf dem Feld. Mit niederen Tätigkeiten wie dem Mahlen des Getreides musste er sich nicht plagen, ein Engel nahm ihm diese wenig standesgemäße Arbeit ab.
Auf der anderen Seite war seine hohe Herkunft von großem Vorteil für die Missionsarbeit, sie erleichterte ihm den Umgang mit Königen, Clanführern und Druiden, ein großer Vorteil für jemanden, der Kirchen und Klöster gründen will! Über dreihundert sollen es gewesen sein. Reste findet man heute in Durrow, Derry, Glencolumcille, Tory Island, Swords, Kells und die kleine Insel Lambay vor Dublin. Seine bekannteste Gründung jedoch ist auf der schottischen Insel Iona, ihr verdankt er auch den Zusatz zu seinem Namen St. Columcille von Iona.

Etwa um 564, also im Alter von rund 43 Jahren, verlässt er Irland und geht nach Schottland, jedoch nicht so ganz freiwillig. Die Ursache war die erste bekannte Copyright-Verletzung der Geschichte:
Während eines Besuchs bei St. Finian in dessen Kloster Movilla zeigte ihm dieser ein kostbares Manuskript, die Psalmen von Hieronymus. Sofort bat er darum, diesen Text abschreiben zu dürfen. Doch er erhielt eine abschlägige Antwort. Damit gab sich ein Columcille jedoch nicht zufrieden. Nachts bei Kerzenschein tat er es und wurde von St. Finian dabei erwischt. Erbost forderte der von ihm, die Abschrift herauszugeben, was Columcille ablehnte. Nun musste ein Urteil in höchster Instanz gefällt werden! Und der Hochkönig entschied: Wie zu der Kuh das Kalb, so gehöre zu jedem Buch die Abschrift!
Doch sogar diesem Urteil wollte Columcille sich nicht beugen. Etwa zur gleichen Zeit musste Columcille eine weitere Demütigung vom Hochkönig Diarmait mac Cerbaill erleiden: Ein Prinz aus Connaught, der den Sohn des königlichen Verwalters erschlagen hatte, wurde hingerichtet, obwohl er sich zuvor unter Columcilles Schutz gestellt hatte. Das brachte das Fass zum Überlaufen!

Lambay Island,
Klostergründung von St. Columcille.
Von: pilled     
Columcille verfluchte den König und es kam zum Bücherkrieg. Am Fuße des Ben Bulben kam es zur Schlacht von Cul Dreimne: Columcilles Leute, die Kämpfer der O'Neill, gewannen die Schlacht gegen die Mannen des Hochkönigs! 3000 Tote hatte dieser zu beklagen! Doch lange hatte Columcille an seinem Sieg keine Freude. Die Schuld an dem Gemetzel trieb ihn an den Rand der Verzweiflung. Zur Sühne erlegte er sich die für einen Iren größte Strafe auf, die Emigration aus der geliebten Heimat!

Nun also verlässt er mit 12 Gefährten Irland und gründet auf der Insel Iona vor der schottischen Westküste eine Kirche und ein Zentrum für gelehrte Studien. Von hier aus bekehrt er die Pikten und trägt zur Christianisierung Britanniens bei. Mehrfach jedoch besucht er seine Heimat von Iona aus. So vermittelt er 575 beim Königstreffen von Druim Ceatt bei Limavady und verhindert die Vertreibung der Dichter (fili) aus Irland, die sich, so König Aedh mac Anmire, übermäßig bereichert hätten. Hier wird noch einmal seine Nähe zu den Druiden deutlich, die nach der Christianisierung Irlands zu Dichtern wurden.
Am 9. Juni 597 starb St. Columcille in seiner Kirche auf Iona kurz vor Beginn der Frühmesse.

Im 12. Jahrhundert ließ John de Courcy, der normannische Eroberer von Ulster, die Gebeine von St. Brigid zusammen mit denen von St. Columcille zu St. Patrick's Grab nach Downpatrick (Co. Down) überführen, damit sich "die Prohezeiung erfülle, dass die drei Heiligen an demselben Platz begraben würden", wie es auch heute noch auf dem Grabstein neben der protestantischen Kathedrale von Downpatrick zu lesen ist.

Quellen:
Sylvia Botheroyd: Irland, Mythologie in der Landschaft, Darmstadt, 1997
Wikipedia
Heiligenlexikon
www.fordham.edu

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