St. Brigid von Kildare (etwa 451 - 524)

Rundturm in Kilree,Co. Kilkenny
Gründung eines Klosters
an dieser Stelle von St. Brigid.
Von: pilled     
In Faughart (Co. Louth) wurde Brigid als Tochter von Dubthach, König von Leinster , und dessen Nebenfrau und Sklavin Broicsech geboren, einer von St. Patrick getauften Piktin. Ihr Vater sah in einer Vision voraus, welch ein bedeutendes Kind ihm geboren werde und dass es den Namen Brigid bekommen solle.
Die Hauptfrau Dubthach's jedoch bestand darauf, dass Broicsech das Haus zu verlassen habe und so wurde diese an einen Druiden verkauft.

Als Broicsech gerade vom Melken der Kühe kam, setzten die Wehen ein und sie brachte ihr Kind auf der Türschwelle zur Welt. Die Sonne brach hinter den Wolken hervor und sie badete das Kind in der noch warmen Milch.
Ernährt wurde es durch die Milch einer rotohrigen weißen Kuh, denn andere Nahrung erbrach sie häufig.
Wunder vollbrachte sie schon als Kind. Als das Haus, in dem sie schlief, in Flammen aufging, konnte ihr das Feuer nichts anhaben. Ein tot geborenes Kind erweckte sie wieder zum Leben. Sie wurde bald berühmt für ihre Freigebigkeit, was sie besaß, gab sie den Armen. Jedoch soviel sie auch verschenkte, im Haushalt fehlte nichts. Der Speck, den sie an einen alten Hund verfütterte, war eigentlich für einen Gast reserviert, doch als der kam, fehlte nichts. Ihre Gaben beeindruckten den Druiden so sehr, dass er ihrer Mutter die Freiheit schenkte und sich taufen ließ.

Broicsech kehrte nun mit Brigid zu Dubthach zurück. Im reichen Haushalt ihres leiblichen Vaters fand sie nun reichlich Gelegenheit, Geschenke an die Armen zu verteilen. Das brachte diesen so sehr zur Verzweiflung, dass er mit ihr zum König von Leinster fuhr, um sie zum Verkauf anzubieten. Er ließ sie und sein Schwert in seinem Kampfwagen zurück, und während er mit dem König verhandelte, verschenkte Brigid sein kostbar verziertes Schwert an einen Aussätzigen. Als ihr entsetzter Vater dies dem König berichtete, sagte dieser: "Es ist nicht an uns, dieses Mädchen zu bestrafen, denn ihre Verdienste vor Gott sind höher als unsere".

St. Brigid's Well, Brideswell,Co. Roscommon.
Von: pilled     
Brigid wuchs heran zu einer wunderschönen jungen Frau, blond und schlank, doch hatte sie kein Interesse an weltlichen Freuden. Viele junge Männer warben um sie, doch ihr war das nur lästig. Als ihre Familie ihr immer nachdrücklicher jemanden aufdrängen wollte, griff sie zu einem drastischen Mittel, diesen abzuschrecken. Sie nahm sich ein Auge heraus, um möglichst hässlich auszusehen, und erklärte sich erst bereit, es wieder einzusetzen, als man ihr versprach, sie nie wieder mit einem Freier zu belästigen.

Sie wurde nun Irlands erste Nonne. Den Nonnenschleier erhielt sie von Bischof Mel. Er weihte sie dabei gleich zum ersten weiblichen Bischof.

Brigids-Kreuz.
In Fortführung
der Tradition alter
keltischer Sonnensymbole
Von:
Ökumenisches
Heiligenlexikon
    
Sie heilte die Kranken und Blinden, gab den Stummen ihre Stimme zurück, verwandelte Wasser in Bier, ließ nach Sturm und Gewitter wieder die Sonne scheinen und verhalf zu einer trockenen Ernte trotz wütender Hagelschauer ringsumher. Sogar ihr Schatten hatte Heilkraft. Ein Mann heilte seine schwindsüchtige Mutter, indem er sie in Brigid's Schatten brachte. Einem Bettler schenkt sie ihren heilkräftigen Gürtel, so dass er in Zukunft seinen Lebensunterhalt damit verdienen konnte. Ihr Wirken ist gekennzeichnet durch Barmherzigkeit, Mitleid, Liebe und Güte. Sie wird "Maria der Gälen" genannt und "Königin des Südens".
Doch konnte sie auch Strafen, wenn es sein musste. So verfluchte sie den Apfelbaum einer Frau, die den Armen ihre Äpfel verweigerte. Einem wenig gastfreundlichen Mann, der mit seinem Bier geizte, verschwand plötzlich sein gesamter Biervorrat, und die Zunge einer Frau schwoll dick an, als sie einen Bischof fälschlicherweise als Vater ihres Kindes bezichtigte. Doch als die Frau ihre Lüge bereut, nimmt St. Brigid sie vor der wütenden Menge in Schutz.

Als sie am Sterbebett ihres Vaters Dubthach wachte, flocht sie aus dem Stroh ihrer Fußmatte ein Kreuz mit versetzten Enden, das seitdem sog. "St. Brigid-Kreuz", ein auch den Kelten schon lange bekanntes Symbol, das heute noch als Glücksbringer gilt. So gelang es ihr, den Vater noch vor seinem Tod zum Christentum zu bekehren.

In Kildare (cill dara = Eichenkirche) fand sie den geeigneten Ort für ein Kloster. Dort stand eine alte Eiche, schon vorher ein heiliger Ort der Druiden. Sie ging mit vier anderen Nonnen zum König von Leinster und bat ihn, dieses Land für ein Kloster zu stiften. Der König verneinte. St. Brigid bat nun Gott um Hilfe und ging wieder zum König. Sie wolle nur so viel Land haben, wie ihr Mantel bedecken könne. Der König lachte nur spöttisch und gab sein Einverständnis. Jede ihrer vier Frauen nahmen nun einen Zipfel des Mantels und ging in je eine der vier Himelsrichtungen, so weit, bis das Land bedeckt war, das sie sich für ihr Kloster ausgesucht hatte. Als der König dies sah, fiel er auf die Knie und wurde Christ.
Aloysius McVeigh: Ikone,
St. Brigid's Parish Church, Kildare:
Brigid's Mantel bedeckt das Land, das
sie sich für ihr Kloster ausgesucht hatte.
Unter ihrem Fuß das Schwert ihres Vaters,
das sie an einen Aussätzigen verschenkte.
Von: Ökumenisches Heiligenlexikon     
Im Schatten der Eiche, nicht weit von einer Quelle, die ihr heute noch gewidmet ist, baute sie eine Kirche. Noch heute lautet ein irisches Gebet: "May you be under Bride's mantle".

Weitere Kirchen bzw. Klöster gründete sie in Kells (= Ceanannus Mor, Co. Meath), Faughart (Co. Louth), Kilree (Co. Kilkenny), Oughterard (Co. Kildare) und Tully (Co. Dublin).
Außerdem sind ihr viele Quellen geweiht, die in Kells natürlich und weitere in Ardagh (Co. Longford), Brideswell (Co. Roscommon), Liscannor (Co. Clare), Uisnech (Co. Westmeath) und bei Ballycastle (Co. Mayo).

Im 12. Jahrhundert ließ John de Courcy, der normannische Eroberer von Ulster, die Gebeine von St. Brigid zusammen mit denen von St. Columcille zu St. Patrick's Grab nach Downpatrick (Co. Down) überführen, damit sich "die Prohezeiung erfülle, dass die drei Heiligen an demselben Platz begraben würden", wie es auch heute noch auf dem Grabstein neben der protestantischen Kathedrale von Downpatrick zu lesen ist.

Quellen:
Régine Pernoud: Die Heiligen im Mittelalter, Wien 2004
Sylvia Botheroyd: Irland, Mythologie in der Landschaft, Darmstadt, 1997
http://druidry.org/obod/festivals/imbolc/

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